Sonntag, 15. April 2012

Endlich auf dem Schiff

Als wir dann am Gate total abgehetzt ankamen schauten uns die anderen Mitreisenden total verständnislos an, da noch nicht mal mit dem Boarding begonnen worden war. Tatsächlich saßen wir dann sogar noch 30 Minuten da und durften warten, bis es los ging! Schön, dass man von der Dame an der Gepäckangabe statt beruhigt noch eher zur Eile angehalten wird und das total ohne Grund!

Doch irgendwann war es endlich soweit und wir saßen im Flieger auf dem Weg nach Amerika. Nach Ewigkeiten, Tim und Struppi und New Years Eve und relativ leckerem Essen (für Flugreisen) waren wir in Newark. Also ab durch die Einreisekontrolle, von der man ja doch so manche Horrorstory hört. Entsprechend angespannt war ich auch, da ich schon auf dem Flug feststellen musste wie sehr mein Englisch doch wirklich eingerostet war. In der langen Schlange kontrollierte ich hundert Mal, ob ich die Kopien der ESTA-Anmeldung dabei hatte, die Pässe schon direkt auf der Seite mit dem Bild aufgeschlagen und mir versucht jede Eventualität vorzustellen und eine Lösung zu finden.

Als wir dann an der Reihe waren, war es (wie meistens) nur halb so schlimm. Ein relativ gelangweilter Beamter wollte nicht mal die Kopien der ESTA-Anmeldung sehen, sondern nur die Pässe und nahm von uns beiden die Fingerabdrücke. Das Reiseziel wollte er noch kurz wissen und gratulierte uns sogar echt freundlich, als ich sagte, dass es die Flitterwochen seien und schwupps waren wir wieder draußen.

Und so standen wir mitten auf diesem riesigen Flughafen und versuchten uns zurecht zu finden, wo unser Gate nun war und welches Terminal denn überhaupt das richtige sei. Doch zufällig trafen wir da auf 3 andere Deutsche, die auch den NCL-Kofferanhänger an den Koffern hatten und so sprach ich sie an, da ziemlich offensichtlich war, dass sie den gleichen Flug haben würden. 10 Augen sehen natürlich noch besser als 4 und so fanden wir uns trotz Müdigkeit zurecht. Nach 4 Std Aufenthalt und langem Warten ging es dann mit einer United Airlines Maschine nach Miami, allerdings bekamen wir von diesem 3 Stunden-Flug nichts mit, da wir beide nach etwa 10 Minuten in der Luft gepennt haben ;)

In Miami waren wir dann am 28.3. morgens um halb 1 (In Deutschland war halb 7), wo man erst mal durch den halben Flughafen laufen musste um an die Koffer zu kommen. Glücklicherweise hatten es aber beide Koffer auch diesmal geschafft und so machten wir uns auf die Suche nach dem Shuttlebus zum Hotel, das wir nach nur wenig umherirren fanden (Vernünftige Ausschilderung gibt es da nicht...) und das uns nach nur 20 Minuten Fahrt zu unserem Hotel brachte.

Das Zimmer war recht groß, hatte einen tollen Blick auf die umliegenden Hotels und einen Teil des Flughafens, doch auch morgens, als der Flugbetrieb wieder aufgenommen wurde, hörte man nichts von den Flugzeugen.

Die Nacht war kurz, doch ich konnte trotz der nur 3 Std Schlaf im Flugzeug kaum schlafen, da ich super aufgeregt war und Panik hatte, dass der Wecker nicht klingeln würde... :)

Aber morgens um 9 klingelte wie geplant der Wecker und weckte zumindest Hotte und wir gingen erst Mal Frühstück suchen. Wir wurden fündig und konnten uns schon im Hotel über die Essgewohnheiten der Amis amüsieren. Würstchen, Kartoffeln und fettigen Speck schon morgens ging uns doch etwas zu weit. Doch mit Toast, Marmelade und Kaffee konnte man auch uns glücklich machen und so gingen wir schnell wieder unsere Koffer packen, da um 11 der Shuttlebus zum Hafen ging.

Nach nur etwa 30 Minuten Fahrt kamen wir an und durften mal wieder anstehen. Doch hier bewegte sich die Schlange recht zügig vorran und wir wurden einmal mehr kontrolliert und das Gepäck durchleuchtet. Am nächsten Schalter wurden unsere Pässe dann kopiert und wir erhielten unsere Boardkarten. Außerdem eine Karte mit einer 9, allerdings keine Erklärung dazu sondern nur der Hinweis, dass wir dem Gang folgen sollten. Ich packte also erst einmal die Bordkarten und diese Nummer weg, nicht dass man sie noch verliert!

Böser Fehler! Am Ende des Flurs war eine Rolltreppe und dort eine Dame, die die Bordkarten sehen wollte. Ich fand allerdings auf die Schnelle in meiner großen Tasche die Bordkarten nicht gleich wieder, was die gute Dame schnell ziemlich aufregte und sogar schon dazu brachte nach ihrem Funkgerät zu greifen. Ich bin mir sicher, dass wir sehr schnell hinauskomplimentiert worden wären, hätte ich nicht in diesem Moment endlich die Karten aus meiner Tasche gezogen. Uff!

Weiter gings der Herde hinterher bis zu einer Wartehalle, wo viele Bänke aufgestellt waren und wo die Reisenden der Nummer nach aufgerufen wurden um einfach zu vermeiden, dass alle auf einmal an Bord wollen. Ein sehr sinnvolles System, das in Deutschland vielleicht funktionieren würde. Doch die Amis sind irgendwie alle doof wie trocken Brot (sorry, gibt bestimmt auch Ausnahmen, aber was wir auf dieser Reise erlebt haben, lässt nur diese Schlussfolgerung zu!)

Als der Aufruf kam, dass nun die Ersten an Bord dürften und zwar alle, die ein Kärtchen mit Nr. 1 hätten, stürmte alles auf den armen Mann zu und wollte auch schon an Bord. Ich weiß nicht, wie oft er sagte "No, you dont have a one on your card! Please wait untill your number is called!" Doch auch bei den nächsten Zahlen riss der Strom der Personen, die zu früh auf das Schiff wollten, nicht ab.

Doch irgendwann kam dann die 9 und so durften wir auch endlich los. Erster Gedanke: Wir bringen das Handgepäck auf die Kabine, uns doch egal, ob da noch nicht fertig aufgeräumt ist, hauptsache wir können die schweren Taschen ablegen. Tjaaaa, die Crew machte uns einen Strich durch die Rechnung, da alle Zugänge zu den Kabinen versperrt waren. Nun gut, also auf ins Garden Cafe, wo das Buffetrestaurant war, und etwas zu Essen fassen. Schließlich war schon 1 und wir hatten ja auch nichts besseres zu tun.

Doof nur, dass auch all die anderen 2300 Gäste nichts anderes zu tun hatten!! Und so war das Restaurant total überfüllt. Doch ich hatte davon schon in anderen Reiseberichten gelesen und war deshalb vorgerwarnt und hatte Verständnis. Andere irgendwie weniger.. Doch auch wir fanden schließlich einen Tisch und konnten uns an den Leckereien des Buffets erfreuen. Denn das Essen war schon stark auf den amerikanischen Geschmack ausgelegt, aber auch wir fanden immer etwas leckeres, das uns satt gemacht hat. Und wenn es nur ein großer Obstteller war :)

Samstag, 14. April 2012

Anreise

Kurz vor Frankfurt wurde der Verkehr plötzlich immer dichter und schwupps standen wir im Stau. Leider hatte mein Dad das Navi nicht dabei und kannte sich auch nicht so gut aus, dass wir einfach den Stau hätten umfahren können und so standen wir da mal. Denn so lang konnte der Stau ja nicht sein und schließlich hatten wir ja Puffer.

Tja, der Stau konnte und irgendwie standen wir nach 1 Stunde immer noch im Stau und so langsam wurden wir wirklich nervös. Doch endlich endlich kam die rettende Ausfahrt und wir konnten auf eine andere Autobahn abbiegen, auf der es leerer war. Dafür allerdings eigentlich auf 100 beschränkt, was meinem Dad allerdings in diesem Moment egal war. ;) Und so hielten wir mit quietschenden Reifen an, wir schnappten die Koffer und rannten zur Kofferabgabe. Die Dame dort kuckte mich noch mit großen Augen an und meinte "Sie wissen aber schon, dass sie verdammt knapp dran sind?" Äääähm, jaaa????

Und so rannten wir beide durch einen absolut leeren Flughafen super angespannt zur Passkontrolle, wo sich der Beamte super viel Zeit lies und sich nicht aus seiner gelangweilten Ruhe bringen lies. Ich musste mich echt zusammenreißen, dass ich ihn nicht anbrülle er soll doch endlich vorran machen!

Nach einer gefühlten Ewigkeit durften wir dann doch in Richtung Gate entschwinden und wir rannten und rannten um noch rechtzeitig dort zu sein! Doch als wir ankamen....

Verschwörung

In der Zeit vor der großen Reise konnte man wirklich den Eindruck gewinnen, dass irgendwer uns abhalten wollte die Kreuzfahrt zu machen. Die Concordia sank, das andere Schiff brannte, am Tag vor dem Urlaub hatte Hotte dolle Bauschschmerzen und lag im Bett und ich bin umgeknickt und humpelte fröhlich vor mich hin. Doch der Supergau kam dann mit dem geplanten Streik des Bodenpersonals am Tag des Abfluges und dem Anruf unseres Reisebüros "Es tut mir sehr leid, aber Sie können morgen nicht wie geplant nach Miami fliegen!" kurz bevor wir zu meinen Eltern aufbrechen wollten.

Ääääh ja... Da musste ich doch kurz mal an die frische Luft um nicht zu expodieren und hätte zu gern jemand von Verdi in die Finger bekommen ausgerechnet an DIESEM Tag zu streiken. *fauch*

Doch so viele Kleinigkeiten ich zuvor am Reisebüro zu bemängeln hatte, in dieser Situation haben sie echt super reagiert. Noch bis nachts um 10 hat die Dame versucht die Flüge umzubuchen und tatsächlich hat sie uns morgens am 27.3. mitgeteilt, dass wir am selben Tag um 14 Uhr über Newark nach Miami fliegen würden und dann dort statt wie geplant um 16:00 Uhr eben erst 00:30 Uhr ankommen würden. Ich war trotzdem glücklich, denn so würden wir das Schiff bekommen und alles andere war mir erst mal egal.

Wir saßen also auf glühenden Kohlen bis mein Dad von der Arbeit kam, der uns zum Flughafen fahren sollte. Von meinen Eltern aus fährt man in der Regel 1,5 Std bis nach Frankfurt und wir hatten geplant 2 Std vor Abflug dort zu sein, da wir nicht wussten, wie die Zustände dort sind. Eingecheckt hatten wir online schon. Also fuhren wir los mit dem Gefühl richtig viel Zeitpuffer zu haben und dass nun endlich alles gut würde. Doch wir sollten uns täuschen...